Die Vereinsgeschichte des Sportschützenvereins Rauenberg 1957 e. V.

 

Ein edler Gedanke fand und findet sich in der aufgeschlossenen Bürgerschaft der Weinstadt Rauenberg stets einen guten Widerhall. Es entsprach daher geradezu einer idealistischen Einstellung, dass die Absicht, einen Sportschützenverein ins Leben zu rufen, schnell mündete und innerhalb weniger Tage Wirklichkeit werden konnte.

Nun ein Einblick in die Geschichte des Rauenberger Sportschützenvereins.

 

Am 30. November 1957 (gerade mal 12 Jahre nach Kriegsende) versammelten sich im Gasthaus “Zur Goldenen Krone“ (heute nicht mehr existent) einige Freunde des Schießsports und beschlossen in Anwesenheit von Herrn Bürgermeister Alois Rößler alle an einem Schützenverein interessierten Mitbürger zu einer Versammlung einzuladen.

 

Am 02. Dezember 1957 wurde diese Einladung in den Straßen Rauenbergs in Ermangelung eines Mitteilungsblattes “ausgeschellt“ und am 03. Dezember fand man sich wiederum in der Gaststätte “Zur Goldenen Krone“ zur Gründung eines Sportschützenvereins zusammen. Wie im Protokollbuch vermerkt, war diese Vereinsgründung einstimmiger Beschluss der Anwesenden.

 

Die erste Vorstandschaft – durch Wahlen ermittelt – setzte sich wie folgt zusammen:

 

Oberschützenmeister: Armin Müller

Schützenmeister: Emil Fenrich

Schriftführer: Ernst Müller

Vereinskassier: Alfred Beigel

1. Beisitzer: Clemens Grunenberg

2. Beisitzer: Karl Noe

 

Bei der 1. Vorstandsitzung am 09. Januar 1958 konnte die inzwischen ausgearbeitete Vereinssatzung diskutiert werden. Am 12. Januar 1958 veranstaltete der neu entstandene Verein seine erste gesellschaftliche Veranstaltung in Form eines Tanzabends; am 18. Januar und 15. Februar des gleichen Jahres folgten je ein Kappenabend. Die jeweiligen Veranstaltungen fanden allesamt in der Gaststätte “Zur Goldenen Krone“ statt, die mittlerweile zum Vereinslokal erklärt wurde. Die Absicht, auf diese Weise die Dorfjugend für den jungen Sportschützenverein zu interessieren und darüber hinaus der Vereinigung eine entsprechende Resonanz bei der Einwohnerschaft von Rauenberg zu verschaffen, war in jeder Hinsicht erfolgreich und gut.

 

Nun bedeutet ein Schützenhaus und damit eine eigene Schießanlage die Ausgangsbasis, um überhaupt die Vorhaben der schießsportlichen Betätigung richtig zur Entfaltung zu bringen. In der Mitgliederversammlung vom 30. April 1958 nahmen die Schützenbrüder die Aufforderung ihres Vorstandes Armin Müller, sich kräftig am Aufbau des Schützenhauses zu beteiligen, mit echter Begeisterung auf und bald darauf tat sich etwas im “Mergelloch“ der Firma Bott (Ziegelei; heute Trost) zwischen Rauenberg und Rotenberg. Dieser Standort schien geradezu wie geschaffen für eine Schießsportanlage, denn hier wurden bereits vor und während dem II. Weltkrieg Schießübungen (mit anderem Hintergrund) abgehalten.

 

Anlass zum ersten öffentlichen Auftreten im Rahmen einer Gemeindeveranstaltung gab der Festzug des Gesangvereins “Liederkranz“ am 20. Juli des Jahres 1958. Kurz darauf, vom 23. bis 25. August konnte der Sportschützenverein Rauenberg sein erstes Gartenfest durchführen. In freudiger Erinnerung blieb die Einladung des amerikanischen Rod and Gun Clubs – Heidelberg, der zu einem deutsch-amerikanischen Freundschaftsschießen im September 1958 aufrief. Als Siegestrophäen der an diesem Wettschießen beteiligten Rauenberger blieben 6 Truthähne auf der Strecke.

 

Zur Winzerkerwe 1958 steuerte der Sportschützenverein einen schönen Festwagen bei und veranstaltete bei dieser Gelegenheit sein erstes Preisschießen, an dem sich neben einigen Vereinsmitgliedern zahlreiche Rauenberger Bürger und viele auswärtige Gäste beteiligten. Friedrich Braun vom Schützenverein Einigkeit Wieblingen wurde dabei mit 28 Ringen erster Sieger. Ihm folgten mit je 27 Ringen die Rauenberger Schützen Egon Laier und Walter Stier.

 

Beendet wurde das erste Vereinsjahr mit dem Königsschießen am 2. Weihnachtsfeiertag und der darauf folgenden Königsfeier am Dreikönigstag 1959. Unter den 20 Teilnehmern des Wettkampfes um Schützenkönig und Ritter konnte sich Anton Greulich aus Rotenberg erfolgreich platzieren, erster Ritter wurde Clemens Grunenberg, zweiter Ritter Josef Ehrlich.

 

Das zweite Vereinsjahr war vom ersten Tag an mit den Ausbauarbeiten am neuen Schützenhaus und mit der Vorbereitung der offiziellen Gründungsfeier mit  Standweihe ausgefüllt.

 

Im Mai 1959 wurde das erste Schützenhaus fertig gestellt. Die Schießanlage bestand damals aus 3 handbetriebenen Kleinkaliberscheibenzuganlagen von je 50 Meter Länge und 4 Schießständen für das Luftdruckwaffenschießen von je 10 Metern Länge.

 

Die Festlichkeiten der Standeinweihung wurden im Juni des Jahres 1959 begangen. Hierzu konnten Gäste aus nah und fern willkommen geheißen werden. Ein geselliger Festabend und ein wohldurchdachtes Schießprogramm führten zu einem guten Gelingen dieses für die Rauenberger bedeutungsvollen Schützenfestes.

 

Schützenkönig des Jahres 1959 wurde Karl Noe, 1. Ritter Edgar Greulich und 2. Ritter Stefan Erhart.

 

Im Jahre 1960 nahm der Sportschützenverein Rauenberg zum ersten Mal an Kleinkaliber-Rundenwettkämpfen teil und konnte auf Anhieb mit 8 zu 0 Punkten einen Gruppensieg erreichen. Ab diesem Zeitpunkt war man regelmäßig an den jährlichen Rundenwettkämpfen beteiligt.

 

Das stete Ansteigen der Mitgliederzahlen und die Ausübung mehrerer Wettkampfarten und Schießdisziplinen ließ nun bald den Gedanken, eine größere Schießsportanlage entstehen zu lassen, aufkommen. In einer Vorstandssitzung des Jahres 1962 wurde beschlossen, ein neues Schützenhaus zu erstellen, um jedem Mitglied die Möglichkeit zu geben, ein größeres schießsportliches Programm ausüben zu können. Geplant wurde ein Schützenhaus mit 4 automatischen Kleinkaliberständen, 6 Luftdruckwaffenstände und einem Aufenthaltsraum. Diese Neubauarbeiten erstreckten sich über 2 Jahre, so dass schließlich 1965 die Einweihung des neuen Schützenhauses vorgenommen werden konnte.

 

Im Jahre 1966 fand in Verbindung mit einem Gartenfest ein großes Preisschießen, an dem sich auch benachbarte Schützenverein beteiligten, statt, dessen Reinerlös der “Aktion Sorgenkind“ zu Verfügung gestellt wurde. Insgesamt konnte ein Betrag von 1.190,-- DM überwiesen werden.

 

Im Jahre 1967 war erstmals die Teilnahme bei den Luftpistolenrundenwettkämpfen vorgesehen.

 

Im darauf folgenden Jahr entschloss man sich, einen Schießstand für Faustfeuerwaffen zu erstellen und begann kurz darauf den gefassten Beschluss in die Tat umzusetzen. Die Erstellung dieser Baulichkeit währte im gesamten Sportjahr 1969. Nach Abschluss der Bauarbeiten wurde im Frühjahr 1970 der Pistolenschießstand seiner Bestimmung übergeben.

 

1981: Erste Rauenberger Mannschaft (Luftpistolen-Junioren mit Gerd Becker, Jürgen Brand und Jens Bergmaier) nimmt an der Deutschen Meisterschaft in München teil

1982: Öffentliche Feier zum 25-jährigen Bestehen des SSV Rauenberg

1987: Öffentliche Feier zum 30-jährigen Bestehen des SSV Rauenberg mit Weihe der durch Spenden neu erworbenen Vereins-Standarte

1995: Beginn des Neubaus der Schießhalle für Luftdruckwaffen

1997: Beginn des Neubaus von 7 Klein- und Großkaliberkaliberschießständen

2003: Beginn des Neubaus einer Raumschießanlage für Faustfeuerwaffen

 

Gründungsmitglieder des SSV Rauenberg 1957 e.V.

 

  • Beigel Alfred
  • Breitwieser Karl
  • Fenrich Emil
  • Greulich Edgar
  • Groß Ernst
  • Groß Willi
  • Grunenberg Clemens
  • Müller Ernst
  • Müller Armin
  • Noe Dieter
  • Noe Karl
  • Walter Stier

 

Ehrenmitglieder des SSV Rauenberg 1957 e.V.

 

  • Bott, Emil  †
  • Bott, Dr. Otto  †
  • Brenzinger, Klaus
  • Erhart, Franz
  • Erhart, Rita
  • Erhart, Stefan †
  • Faulhaber Emil
  • Greulich, Edgar †
  • Klefenz, Martin †
  • Klefenz, Rudolf †
  • Möhwald, Egon †
  • Müller, Armin †   (Ehren-Oberschützenmeister)
  • Reis, Edgar †
  • Reiß, Paul  †